Die Entstehung von Acro Yoga

In intensiver praktischer und theoretisch-konzeptueller Arbeit über 2 Jahre mit dem Ziel der Harmonisierung und Konsolidierung von AcroYoga, Yoga und den Aussagen des Buddha entstand als Ergebnis Acro Yoga (auseinander geschrieben).

Man kann Acro Yoga als Spagat zwischen Weltlichem und Spirituellem sehen, ein etwas schmerzhafter und sicher nicht dauerhaft gesunder Zustand, oder man kann Acro Yoga als Brücke verstehen, stabil und dauerhaft, die man nach Lust und Laune sinnvoll für sich nutzen kann und auf der sich jede*r dahin ausrichten kann, wohin er*sie möchte.

Finde hier heraus, wie du es siehst.

Ausgangspunkte: AcroYoga, Yoga und der Edle Achtfache Pfad

So hat es angefangen. Ausgangspunkte der Entwicklung von Acro Yoga sind

  • unsere zehnjährige Erfahrung mit dem sogenannten AcroYoga (zusammengeschrieben), das von Jason Nemer und Jenny Sauer-Klein 2003 von Los Angeles aus in die Welt getragen wurde, im weiteren AcroYoga 2003,
  • eine gereifte Einsicht in die ursprüngliche Bedeutung von Yoga, so wie sie Patanjali in den Yoga Sutras erklärte, und
  • eine intensive Auseinandersetzung mit dem Edlen Achtfachen Pfad, erläutert von Gautama, dem Buddha, in der Sutta-Pitaka.

Als deutlich wurde, dass eine Konsolidierung und konzeptuelle Harmonisierung dieser Bestandteile möglich und sinnvoll ist, und dieses Ergebnis einen potentiell wertvollen Beitrag liefern könnte, haben wir und schrittweise an diese Konsolidierung und Harmonisierung gemacht. So entstand über einen Zeitraum von zwei Jahren Abgleich, Feinjustierung und Ausprobieren im Center Of Gravity Acro Yoga: eine Yogaform mit Werten und Praxiselementen, die auf Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung basiert und den Empfehlungen von Gautama, dem Buddha, folgt.

Motivation: Konsolidierung, aber wie?

Was war nötig, um die Konzepte zu harmonisieren? Wie wurde das erreicht?

AcroYoga 2003, die sehr positive und vielfältige Auswirkungen auf die Entwicklung einer unterstützenden Gemeinschaft hat, deren Wortschöpfung aber eher zufällig das Wort Yoga beinhaltet und sich in der Praxis und konzeptuell auf positives Erleben, Gemeinschaft und Lebensfreude ausrichtet. AcroYoga schlägt trotz seiner phänomenalen Eigenschaften von dort aus keine Brücke zum Yoga in seiner ursprünglichen Bedeutung (mehr dazu weiter unten) und hat daher nicht mehr mit Yoga zu tun als ein Hamster, der über die Tischplatte läuft. Das ist nicht böse gemeint, sondern greift lediglich das auf, was generell der seit Jahrzehnten schleichend um sich greifenden und mittlerweile allgegenwärtigen und nicht mehr hinterfragten Verwaschung von Yoga zuzurechnen ist: eine Verstümmelung bis zur Unkenntlichkeit eines einzigartigen Wegweisers, der auf eine sehr wichtige Wahrheit deutet: Yoga (Einheit). Mehr dazu weiter unten. AcroYoga 2003 ist toll, hat aber keinen Bezug zu Yoga, und das konnten wir so nicht stehen lassen.

Zwei Möglichkeiten: Es anders nennen — und dazu hatten wir nicht die Fähigkeit / Erlaubnis / Recht — oder es durch ein paar Kunstgriffe an Inhalt und Konzept die Brücke zu Yoga schlagen. Wir haben uns natürlich für zweiteres entschieden, weil wir Fans von Wahrheitsfindung, damit von Yoga und vor allem von Buddha sind, der coolen alten Socke.

Etwas genauer:

  • Wir haben die Praxis des AcroYoga 2003 in den Kontext von Yoga gestellt, jene Eigenschaften herausgearbeitet, die sie einzigartig und im Yoga Kontext relevant machen, und zugleich ihre Grenzen für einen spirituellen Weg, der zu Yoga führt, akzeptiert und deutlich gemacht. Wir haben ihr durch ihre besonderen Errungenschaften im Bereich unterstützendes Miteinander, Mitfreude und Empathie jene einleitende, vorbereitende Rolle für Yoga zugewiesen, die sie für sich beanspruchen kann.
  • Wir haben daher zwei der drei Praxiselemente von AcroYoga im Kern übernommen (Acrobatics und Therapeutic Flying), beide mit neuen Bezeichnungen und veränderter Ausrichtung in einen Yoga-konformen Kontext gestellt (Gemeinschaftsakrobatik und Listen & Fly) und haben mit Meditation das zentrale Praxiselement sowohl des Edlen Achtfachen Pfades und des Yoga ergänzt.
  • Wir haben als ersten, letzten und wichtigsten Schritt einen auf den Empfehlungen des Buddha beruhenden Werte- und Ausrichtungskanon dazugesetzt, der in allen Praxiselementen sichtbar wird, sie umrahmt, leitet und sichert.

Mit diesen drei Maßnahmen war die Entwicklung von Acro Yoga aus AcroYoga 2003, den Yoga-Suttas des Patanjali und der Sutta-Pitaka des Buddha nach zwei Jahren abgeschlossen.

Der erste Schritt: Ausführliche Klärung und Konsolidierung des spirituellen Hintergrunds

Erste Vereinbarung: Yoga und Buddha zeigen auf dieselbe Sache

Unsere Ausgangs-Vereinbarung

»Die Yoga-Suttas von Patanjali und die Sutta-Pitaka der Lehrreden des Buddha zeigen auf das Gleiche.«

Auch wenn es Unsinn wäre, die Yoga-Suttas und die Sutta-Pitaka im Detail gleichzusetzen, so sind aus unserer Sicht die Unterschiede zwischen dem von Patanjali erläuterten Yoga-Weg und dem von Gautama, dem Buddha, erläuterten Edlen Achtfachen Pfad für die praktische Anwendung gerade für denjenigen, der die ersten Schritte auf der spirituellen Reise gehen möchte, zu vernachlässigen.

Um das zu untermauern, stellen wir euch die Yoga-Suttas und die Sutta-Pitaka in ihren Kernaussagen vor.

Erinnerung an die ursprüngliche Bedeutung des Yoga

Gerade der Yoga-Begriff hat während seines Aufstiegs zur mittlerweile weltweiten Popularität gleichzeitig einen Verständniswandel erfahren bis zu dem Punkt, an dem seine Ursprungsaussage von der allgegenwärtigen Bedeutung von (sogenannten) Asanas im Yoga-Kontext verdrängt wurde und im Alltagsgebrauch nahezu vollständig verloren gegangen ist.

Da wir für die Entwickung von Acro Yoga den Yoga-Begriff von Patanjali zugrunde gelegt haben, und die dort formulierte Bedeutung und Zielsetzung im Zuge der Popularitäts-Verwaschung von »Yoga« nicht mehr jedem bekannt sein dürften, haben wir uns entschieden, sie hier noch einmal kurz herauszustellen.

Zitiert nach

Yoga Sutra, Verse 1.1-4 – Was ist Yoga? Yogas Chitta Vritti Nirodaha

sind hier die ersten vier Verse der Yoga-Suttas. Vorausschicken möchte ich, dass Yoga als »Einheit, Veineinigung« übersetzt wird.

\begin{quotation}Vers 1.1, atha yoga-anuśāsanam

atha = jetzt, nun, sofort
Yoga = Yoga; Einheit, Vereinigung
anusasanam = Lehre, Auslegung, Erklärung
»Jetzt wird die Erfahrung der Einheit (Yoga) erklärt.« oder »Einssein erklärt sich im Jetzt.«


Vers 1.2, yogaś-citta-vritti-nirodhaḥ
Yogash = Yoga ist, Einheitsbewusst sein
chitta = Geist, Verstand, Geistfeld
vritti = Gedankenwellen, Geistesbewegungen; auch Prägungen, Vorurteile, Impulse
nirodhah = Zur–Ruhe–Bringen, Aufhören, Beherrschen, Kontrollieren
»Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedankenwellen im Geiste.« oder »Im Zustand der Einheit sind
die Bewegungen des Geistfeldes zur Ruhe gekommen.«


Vers 1.3, tadā draṣṭuḥ svarūpe-‚vasthānam
tadâ = dann
drastuh = Sehen, das sehende Prinzip
swarûpe = eigene Natur, eigene Form
avasthânam = Niederlassung, Ruhestelle, Wohnsitz
»Dann ruht der Sehende in seinem wahren Selbst.« oder »Dann weilt das wahre Selbst in der Er-
kenntnis seiner eigenen Natur.«


Vers 1.4, vrtti sārūpyam-itaratra
vritti = Gedankenwellen, Verhaltensweisen, Bewegungen des Geistes
sârûpyam = Identifizierung, ähnliche Form
itaratra = in anderen Zuständen, an sonsten
»Sonst verzerren Gedanken die Wahrnehmung.« oder »In anderen Zuständen ist der Geist mit seinen Bewegungen identifiziert.«
So beschreiben also die ersten vier Yoga-Suttas Yoga.

Es folgt ein Versuch, diese schlau zu aus verschiedenen Richtung zu lesen und gültige Schlussfolgerungen abzuleiten, so dass ein vertieftes Verständnis entsteht.

Weiter zusammengefasst ist Einheit also nur im sogenannten »Jetzt« zu erkennen, und dieses besondere Erkennen bzw. dieses »Jetzt« verlangt, dass die Gedanken vollständig zur Ruhe gekommen sind (1.1 und 1.2).

Das ist eine ziemlich weitreichende Aussage, ist sie doch gleichbedeutend damit, dass dieses Jetzt und ebenso Yoga (Einheit) nicht zu verstehen oder zu begreifen oder zu erkennen sind, wenn Gedanken da sind. Jedem Denkenden bleibt also, und so wird es hier von Patanjali behauptet, ein Erkennen von Einheit (Yoga) und ebenso das »Jetzt« verschlossen.

Das schließt ebenso mit ein, dass beides, sowohl Yoga (Einheit) als auch das Jetzt, mit Gedanken und Konzepten nicht zu begreifen ist, da der Umgang mit Gedanken und Konzepten — und das ist tatsächlich trivial — eine Gehirnaktivität voraussetzt.

Beides eröffnet sich erst im Nicht-Denken.

Mit 1.4 zusammen ist die Interpretation: Identifikation verstellt den Blick auf das, was erst dann erkannt wird, wenn Identifikation und Geistesaktivitäten zusammen erlöschen. Andersherum heißt es ebenso, dass Identifikation das erste ist, das beginnt, wenn Denken beginnt. Und wenn man nun noch annimmt, dass Identifikation nicht die Macht hat, die Möglichkeit von Einheit (Yoga) und die Existenz eines unverstehbaren Jetzt tatsächlich zu vernichten, dann kann man sagen: Yoga und das Jetzt existieren parallel zu jener Welt, die durch Gedanken erlebt wird — kurz gesagt: von Menschen im allgemeinen. Die mit Gedankenaktivität einhergehende Identifikation macht also lediglich diese »darunterliegende Ebene« unerreichbar, sie verstellt den Blick auf das, was dennoch gleichzeitig »da ist«.

Nimmt man zum Schluss noch 1.3 dazu, dann sagt Patanjali über das, was da parallel »da« ist, was da wartet, erkannt zu werden, was da nur verschleiert wird: »Dann ruht der Sehende in seinem wahren Selbst.« oder »Dann weilt das wahre Selbst in der Erkenntnis seiner eigenen Natur.«. Cool. Aber Vorsicht: Selbstverständlich ist auch das nur eine Beschreibung dessen, was nicht beschrieben bzw. mit Sprache gegriffen werden kann.

Der übliche Ausspruch »Komm ins Hier und Jetzt« hat also im Yoga-Kontext eine weit tiefere Bedeutung als die, sich zu entspannen und ein bisschen runterzufahren, sondern birgt den Auftrag, sich zur Erleuchtung aufzumachen, zum Erkennen von Yoga, ins »Jetzt«, zustande gebracht durch die vollkommene Auslöschung aller Geistesaktivität.

Insbesondere in dem heute vorherrschenden Verständnis, Yoga sei eine körperliche Praxis, ist dies eine wichtige Erinnerung. Eine körperliche Praxis ist seit jeher eine mehr optionale Vorbereitung gewesen. Asana meint: ruhig sitzen, den Körper still halten. Asanas als Wort im Plural ist ein Erfindung, die mit den Yoga-Suttas nicht in Verbindung steht. Yoga und Bewegung schließen sich für Nicht-Erleuchtete aus.

Womit wir vom Yoga, was nun für unsere Zwecke hinlänglich und hoffentlich für den einen oder die andere erhellend beschrieben wurde, zu Buddha und dem Begriff des Nibbana kommen. Wie wir sehen werden, hat Buddha ein recht ähnliches Anliegen.

Die Verbindung von Patanjali und Gautama, dem Buddha

Hier kommen wir zur zweiten Arbeits-Vereinbarung, die wir bei der Entwicklung von Acro Yoga zugrunde gelegt haben:

»Nibbana und Yoga zu erfahren haben dieselben Voraussetzungen.«

Mit anderen Worten meint diese Vereinbarung: Das Erreichen von Nibbana liegt nicht nur auf dem Weg von Menschen, die der Lehre des Buddha folgen, sondern ebenso auf dem eines Yoga-Aspiranten. Oder andersherum: Jemand, der den Edlen Achtfachen Pfad geht, erreicht irgendwann Yoga.

Noch einmal die Erinnerung an den letzten Abschnitt: Die notwendige Bedingung für Yoga (Einheit), so Patanjali, ist die vollkommene Auslöschung jeder Aktivität im Geist. Damit wurde Yoga und seine Zielsetzung im letzten Abschnitt umfänglich beschrieben.

Der Zustand der vollkommenen Auslöschung jeder Aktivität im Geist, in dem »eigentlich« Tod da sein müsste, in dem aber Einheit erfahren wird, gleicht in seiner Bedeutung einem Wort aus der Tradition der Buddhas, Nibbana, und Nibbana wird dort ohne Umschweife bezeichnet als das Todlose, in dem alle sechs Sinne und die sechs zugehörigen Bewusstseine (ja, Plural) fallengelassen werden. Die sechs Sinne sind für Buddha die fünf üblichen plus denken. Dazu gehören sechs Bewusstseine, das Hörbewusstsein usw. bis hin zum Denkbewusstsein. Wenn durch intensive, nicht nachlassende, immer feiner werdende Betrachtung erkannt wird, dass all diese dieselben Charakteristika haben von dukkha, anica und anatta, dann ist der Weg bereitet, all diese gehen zu lassen und Nibbana zu erreichen.

Nibbana zu erlangen ist, analog zu den Yoga Sutren des Patanjali, ebenfalls das erklärte Ziel von Gautama, dem Buddha, mit den im folgenden zu vernachlässigenden Unterschieden, dass

  • Buddha das, was sich aus Nibbana ergibt, nicht als »
    Einheit« beschrieben hat, sondern auf eine Beschreibung diese Unbeschreiblichen verzichtet, und
  • für Gautama Nibbana nur ein, wenn auch das zentrale, Zwischenziel auf dem Weg zur Erleuchtung dartellt.

Diese Unterschiede sind für uns Anfänger auf dem Weg nicht von Belang und werden erst für die von Bedeutung sein, die Yoga bereits erreicht haben, die also sehr weit fortgeschritten sind auf ihrem spirituellen Weg. Und an diese Menschen richtet sich Acro Yoga nicht. Die Unterschiede sind hier nur der Sorgfalt halber erwähnt.

Wir haben damit die Bedeutung und die Zielsetzung von Yoga erläutert und gezeigt, dass die Yoga-Suttas (nahezu) das Gleiche für uns wollen wie Buddha, und daher sind Nibbana bzw. Yoga notwendigerweise auch unser Ausgangspunkt für Acro Yoga, da Acro Yoga »Yoga« in Namen trägt.

Entscheidung: Beim Rahmen halten wir uns an Buddha

Wir halten uns beim Rahmen für Acro Yoga an das, was von Gautama, dem Buddha, überliefert wurde, zusammen mit dem, was von Menschen, die in den letzten einhundertfünfizig Jahren Nibbana oder sogar Erleuchtung erfahren haben, empfohlen wird. 

Davon versprechen wir uns, die Verwaschung und ein nötiges Umdenken zu umschiffen, das für viele nötig wäre, wenn wir von den Yoga-Suttas ausgehen würden.

Der Edle Achtfache Pfad als Vorgabe und Rahmen für Acro Yoga

Buddha hat den Edlen Achtfachen Pfad, jenen, der zu Nibbana und nach wiederholtem Erleben von Nibbana zur vollständigen Befreiung führt, noch einmal zusammengefasst zu der Entwicklung und Perfektionierung von sila, samadhi und panna.

\begin{quotation}
Sila ist zu verstehen als
\end{quotation}

\begin{quotation}
Samadhi ist zu verstehen als
\end{quotation}

\begin{quotation}
Panna ist zu verstehen als
\end{quotation}

 

Buddha hat immer wieder darauf hingewiesen, dass sila < samadhi < panna.

\begin{quotation}
sila ist Voraussetzung für …
\end{quotation}

Und weiterhin betont, dass für ihn wichtig war, die Kette des bedingten Entstehens erkannt zu haben als letzten Schritt für das letzte Begreifen von Dhamma.

Daraus

Er war weiterhin der Ansicht, dass es hilfreich ist, wenn nicht allein, dann in einer Gemeinschaft gleichgesinnter zu leben, die sich gegenseitig auf dem Weg unterstützen.

\begin{quotation}
Gemeinschaft
\end{quotation}

Der zweite Schritt: Die Brücke

Der zweite Schritt, der zu gehen ist, ist die Brücke zu schlagen vom denkenden Mind zu dem, was nicht zu wissen ist: Übersetzt ist Verständliche: Wir müssen irgendwie abgeholt werden, ohne dabei bedrängt oder gedrängelt zu werden. Und jeder soll sich aussuchen dürfen, was für ihn oder sie das Richtige ist. Jetzt kommt der Spagat.

»Um den denkenden Menschen abzuholen, der weder Yoga noch Nibbana erfahren hat, braucht es eine Brücke, die sich Sprache, Konzepten und Praktiken bedient, um jener Welt, die mit Sprache, Konzepten nicht zu fassen ist, näher zu kommen.«

Jetzt geht es darum, die Menschen von da abzuholen, wo sie in ihrer ganz persönlichen Welt, in der sie auf scheinbar ganz natürliche Weise mit einem Ich, einem Selbst stehen, und ihnen Angebote zu machen, die zu dieser Welt passen. So kommt Acro Yoga ist Spiel.

Um unsere Ziele umzusetzen, haben wir daher einen Rahmen geschaffen, der das Üben von sila, samadhi und panna in einer unterstützenden Gemeinschaft anbietet und möglich macht.

Gleichzeitig ist es essentiell, jedem zu ermöglichen, sich innerhalb der Acro Yoga Praxis im Hinblick auf dieses Angebot einer spirituellen Entwicklung dort zu positionieren, wo er oder sie möchte. Gerade der Erstkontakt mit Yoga muss — besonders im Hinblich auf Nibbana, das Todlose, jener Zustand, in dem alle Geistesaktivität und damit Sinneswahrnehmung erlischt und Yoga bzw. All-eins-sein erfahren wird — jedem, der noch ganz bei Trost ist, lebensfremd oder lebensfeindlich erscheinen, obschon es nach Aussagen der Erleuchteten doch das genaue Gegenteil ist. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Yoga bietet etwas an, was wenige haben wollen. Wir legen daher viel Wert auf die Vorbereitung des Weges, auf das, was Gemeinschaft erzeugt und festigt, auf das, was aus weltlicher Perspektive mit Freude und Leichtigkeit erlebt wird. Denn auch Mitfreude und wertschätzende gegenseitige Aufmerksamkeit sind Helfer auf dem Weg. Und wer nach einiger Zeit merkt, dass das alles, Yoga und Buddha, nichts für ihn ist, der hat bis dahin zumindest eine im althergebrachten Sinne »wirklich gute Zeit« gehabt in einer noch besseren Gemeinschaft und behält vielleicht eine der beiden einleitenden Praktiken von Acro Yoga auf seinem Weg.

Womit wir zu den Praxisteilen von Acro Yoga kommen, für die wir durchgehend zwei gültige Perspektiven anbieten: eine weltliche und eine spirituelle. Nur dann würden sich viele dort wohl und gut aufgehoben fühlen.

\emph{Und}

waren die Aufgaben, den spirituellen Nutzen im \say{Acro-Teil} zu finden und den weltlichen im

\subsubsection{Übersetzung der Praxis von AcroYoga 2003 in den Rahmen von Acro Yoga}

Da wir uns im Praxisteil an dem weltlich ausgerichteten AcroYoga 2003 orientiert haben, und der aus Normalmensch-Perspektive einfach wunderbar funktioniert und viele phantastische Eigenschaften mitbringt, war es ein Leichtes, die weltliche Lesart für Partnerakrobatik zu finden.

Anschauen mussten wir uns den Sinn oder Unsinn der Ausrichtung der Praxis am spirituellen Rahmen, den wir oben beschrieben haben. Die Schwierigkeit oder Unsicherheit: Anfangs war unklar, welche Rolle diese ausschließlich weltlich ausgerichtete Praxis auf dem Yoga-Weg spielen könnte, und ob diese Rolle, falls sie gefunden wird, nicht an den Haaren herbeigezogen wäre.

Übersetzung der Praxis von AcroYoga 2003 in den Rahmen von Acro Yoga

Das ist schnell mit Worten gesagt und dennoch so schwer zu verstehen. Jason Nemer und Jenny Sauer-Klein haben AcroYoga 2003 als eine Kombination von drei körperlichen Praktiken definiert: Partner Acrobatics, Therapeutic Flying und Thai Yoga Massage. Das Center Of Gravity war über 5 Jahre das erste und einzige Zentrum außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika für genau dieses AcroYoga 2003, und so haben wir jede Menge Erfahrung damit sammeln können. Großartig. Aber wie war nun diese Praxis in irgend einer Weise mit Yoga in Verbindung zu bringen? Und, falls es einen Weg geben würde, die Konzepte zu harmonisieren, würde das tatsächlich Sinn machen und einen Mehrwert mit sich bringen?

Partner Acrobatics wird zu Gemeinschaftsakrobatik

Von den drei Voraussetzungen oder Hilfestellungen, die Buddha für die spirituelle Entwicklung empfahl

  • sila,
  • die vier brahmaviharas und
  • eine sich gegenseitig stärkende Gemeinschaft

 

fanden wir, dass das in der Akrobatik zentrale Element der Hilfestellung, des gegenseitigen Tragens und sich tragen Lassens, einen zentralen, sehr besonderen Beitrag leistet, und zusammen mit dem ständigen Lachen, das wir aus der Praxis kennen, mudita, die Mitfreude als eine der vier brahmaviharas direkt mitliefert. Gemeinschaft sowieso. Drei wichtige Eigenschaften. Als wäre es dafür gemacht. Aber nicht alles passte so dermaßen wie die Faust auf’s Auge.

Aus unserer 10-jährigen Erfahrung wussten wir, dass folgendes geschehen müsste:

  • Der Leistungsaspekt müsste verschwinden
  • die Idee von »nur zwei Menschen«, die im Wort »Partnerakrobatik« mitgelesen wird, müsste
  • der schmale Grat zwischen guter Nähe und Grenzüberschreitung, von gesunder Geborgenheit zu Sexualisierung müsste zu einer verlässlichen, stabilen Trennwand werden.

 

Die Anpassung erfolgte durch die Explizierung des Werterahmens, durch die immer präsente Gegenüberstellung der weltlichen und spirituellen Sichtweise und der Umbenennung in Gemeinschaftsakrobatik. Voila.

Aus weltlicher Sicht ist Gemeinschaftsakrobatik nun formuliert als simple bis mittlere bis komplexe Akrobatik in Dreiergruppen mit dem Ziel, die Grundwerte einer positiven, sich gegenseitig unterstützenden Gemeinschaft zu entwickeln und zu pflegen: eine Gemeinschaft, die sich im Akrobatikteil durchaus Ziele setzen kann und dabei lernt, klar, direkt, ehrlich und hilfreich zu kommunizieren.

Gemeinschaftsakrobatik macht außerdem deinen Körper stark und flexibel, hält dich, wenn du es nicht übertreibst, lange gesund und fit — und gelacht wird fast immer.

Aus spiritueller Sicht entwickelt Gemeinschaftsakrobatik im Rahmen einer sich gegenseitig unterstützende Gemeinschaft aktiv dein sila, übt also Rechte Rede und Rechtes Handeln als 2 Elemente des Edlen Achtfachen Pfades. Das ist kein trockenes Training sondern wird flankiert von mudita, der Mitfreude, einem der vier brahmaviharas.

Vor diesem Hintergrund fand Gemeinschaftsakrobatik seine Rolle im Acro Yoga: Gemeinschaftsakrobatik ist das erste Praxiselement von Acro Yoga als sportbasierte, lachende Katharsis, als spielerischer Kontrapunkt für den Alltagswahnsinn, den wir uns mit all unseren Aktivitäten abverlangen, für die Pflege von Gemeinschaft, für das mutig Werden, für das Wiedererlernen von dem, wie es war, sich und anderen zu vertrauen.

Therapeutic Flying wird zu Listen & Fly

Was ist Therapeutic Flying? Ist eine eigene Form, von der die wir tatsächlich bisher nicht geschafft haben, sie jemandem mit Worten näher zu bringen. Es ist immer wieder der »ach so!«-Effekt nach dem tatsächlichen Erleben.

Therapeutisches Fliegen bedeutet nahezu ausschließlich Training für die Base, Entwicklung der Fertigkeiten der Base. Je mehr die Base weiß, was sie tut, desto mehr kommt der Effekt des Loslassens beim Flyer an, kann vom Flyer Entspannung zugelassen werden. Im Ruhigen und Feinen wird durch die steigenden Fertigkeiten der Base der zuhörende, lauschende Teil von Listen & Fly erst möglich.

Flyer zu sein ist ebenso für jede Base wichtig, um die andere Perspektive kennenzulernen und wach zu halten.

Assessment: Von den drei Voraussetzungen oder Hilfestellungen, die Buddha für die spirituelle Entwicklung empfahl

  • sila,
  • die vier brahmaviharas und
  • eine sich gegenseitig stärkende Gemeinschaft

 

fanden wir, dass das Therapeutic Flying …

Was bleiben durfte:

Was sich ändern musste:

Caruna und Metta stehen im Mittelpunkt, die Absicht eines therapeutischen Nutzens verschwindet, Listen & Fly übernimmt die Verbindung von Gemeinschaftsakrobatik und Meditation als gleichzeitige Praxis.

So wurde Listen & Fly das zweite Praxiselement als gleichzeitige Praxis von Akrobatik und in sich hinein Lauschen, für das nach außen und innen fein Werden.

Listen & Fly beinhaltet damit technisch genau das, was schon das Therapeutische Fliegen erforderte. Wir haben den Namen geändert, um die Verbindung von »Acro« und »Yoga« in dieser Praxis hervorzuheben, indem es jetzt die Charakteristika dieser beiden Teile im Namen verbindet, und so die Zusammengehörigkeit der drei Elemente von Acro Yoga deutlicher zu machen.

Thai Yoga Massage wird eine zusätzliche Technik

Thai Yoga Massage ist eine weitere Stufe hin zu karuna und metta, insbesondere für die, denen die Entspannung in der Luft — wie bei Listen & Fly — noch schwer fällt. Da Thai Yoga Massage noch andere Körperpartien erreicht, findet sie als zusätzliche, erleichterte, weiter intensivierte zu zweit praktizierte »Listen-Technik« Eingang in Acro Yoga, auch wenn sie nicht »vorne drauf« steht. Thai Yoga Massage ist eine Helfer-Technik, ebenso wie vergleichbare Bodywork-Techniken mit demselben Schwerpunkt auf karuna und metta.

Das mittlere Praxiselement Listen & Fly ist damit ebenso Überschrift für viele weitere »lauschende« Körpertechniken, die gemeinsam praktiziert werden können, wie z.B. Thai Yoga Massage.

Meditation kommt dazu

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